Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

Höfl-Riesch nennt Wahl zum Sportler des Jahres "ein Armutszeugnis"


Radsport

...und Recht hat sie. Nach der irgendwie merkwürdigen Veranstaltung zur Wahl des Sportler des Jahres gestern Abend, hat Maria Höfl-Riesch das Ergebnis kritisiert. "Ich finde es bedenklich, dass ein Europameister aus dem Sommer anscheinend mehr Wert ist als ein Olympiasieger aus dem Winter. Das finde ich für den Wintersport sehr traurig, ein Armutszeugnis" [Quelle: spiegel.de] - wie ich finde nicht nur für den Wintersport.

Ich hab mir das gestern auch kurz betrachtet. Dabei musste ich mir erstmal in Erinnerung rufen, wie dieser Preis vergeben wird. Es geht ja nicht um sportlichen Erfolg, auch nicht um besondere sportliche Leistung oder sonstige Eigenschaften und Talente. Die Wahl erfolgt durch Votum von Pressevertretern nach ihren ureigenen Kriterien.

Meiner Meinung nach macht man damit den Bock zum Gärtner. Seit Jahren fristen viele Sportarten ein Schattendasein neben dem allgegenwärtigen Fussball. Man freut sich ja schon richtig, wenn es in den Sportnachrichten mal um etwas anderes geht und in der Winterpause blüht man als Sportfan förmlich auf. Leider halten so Kleinigkeiten wie Sommer- oder Winterpause der Bundesliga die Sportredaktionen nicht davon ab, den Großteil ihrer Berichterstattung immer noch mit Fußball zu füllen. Dann wird eben über Spiele und sonstige Fußballbanalitäten aus dem Ausland berichtet. Warum auch andere deutsche Sportarten mal in den Fokus rücken?

Dabei gibt es eigentlich nur zwei Ausnahmen: Wintersport und Leichtathletik. Letztes allerdings auch nur dann, wenn es gerade ein WM oder ein Olympiajahr gibt.

Meiner Ansicht nach kommt Frau Höfl-Riesch dabei eigentlich noch ganz gut weg. Was sollen denn die Basketballer, Faustballer, Badmintonspieler, Kanufahrer, Ruderer und natürlich auch die Radfahrer sagen? Ganz zu schweigen von den Triathleten. Sebastian Kienle hat dieses Jahr grandios den Ironman auf Hawaii gewonnen und ist damit Weltmeister geworden. 2013 konnte er diesen Titel schon auf der Halbdistanz gewinnen. Wo bleibt seine öffentliche Kenntnisnahme und Anerkennung?

Bei Publikumsvotes wie bei sport1 ringen zum Beipiel so Sportler wie Nowitzki (Basketball), Kienle (Traithlon) und Kittel (Radsport) um die ersten Plätze. Wo bleiben die bei unseren Pressevertretern? 

Die Wahl des Publikums folgt scheinbar anderen Regeln als die der Pressevertreter. 
Quelle: sport1.de


Bei deren Wahl zum Sportler des Jahres wählen Journalisten die Sportler, mit denen sie sich das Jahr über am meisten beschäftigt haben. So bleibt man schön unter sich und sichert sich die guten Beziehungen und die Öffentlichkeit für die Sportler auch weiterhin.

Harting ist eben einer der auch mal den Mund aufmacht, sich sozial engagiert und das ist auch gut so. Von meiner Seite aus kann man an seiner Wahl wenig maulen. Aber ein klein wenig mal über den Tellerrand hinausschauen - und auch mal mediale Randsportarten zu beglücken - wäre noch viel schöner. 

Und wenn ich im Winter Samstags und Sonntags den Fernseher anschalte, habe ich nicht das Gefühl, dass der Wintersport eine mediale Randsportart ist.

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