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The Newsroom - eine Lanze für den Rundfunkbeitrag


Medien

TV-Serie The Newsroom. © HBO

Vor kurzem lief auf sky die erste Staffel der HBO-Serie The Newsroom.

Ich habe die Folgen verschlungen und selten so eine inspirierende TV-Serie erlebt. In der Serie geht es um eine kleine Gruppe von Nachrichtenmachern, die sich entscheiden entgegen dem Quotenwahn und fernab des Boulevard die Nachrichten zu produzieren auf die es Ihrer Meinung nach ankommt. 

Es geht eben nicht um das ewige Wiederkäuen von sich immer wiederholenden Agenturmeldungen, die bis auf das letzte ausgeschlachtet werden. Die Serie zeichnet ein interessantes, spannendes und realistisches Bild wie schwer es ist, in der heutigen Zeit anspruchsvolle Nachrichten zu machen. Das Ganze ohne eigene Meinungen und ohne die Sender- oder Parteipolitik zu berücksichtigen. Kurz: Ein Muss für jeden Nachrichtenjunkie.

Wie bringt mich das jetzt zum neuen Rundfunkbeitrag, der inzwischen je Haushalt erhoben wird?

Man braucht nicht nach Amerika schauen, um das Problem von schlechten oder nachlässig gemachten Nachrichten zu erleben. Es reicht ein Blick in den heimischen Blätterwald. Welche Zeitung, welche Nachrichtensendung macht denn noch echte Nachrichten. Nachrichten, die weder durch die Hauspolitik noch durch den Wille von Werbe- oder sonstigen Partnern beeinflusst wird und die vor allem ohne Rücksicht auf die Quote produziert werden. Mir fallen dazu leider tatsächlich nur die Öffentlich-Rechtlichen ein.

Überall sonst hat man mehr oder weniger den Eindruck, dass entweder keine Zeit oder keine Lust da ist, über wichtige - aber vielleicht nicht sonderlich interessante - Themen zu berichten. Übrigens ist diese Kritik an den "privaten" Medien und Nachrichtensendungen nicht neu. Ja sie kommt nicht einmal nur von Außen.
Statt wichtiger, aber vielleicht öder Nachrichten, werden eigene Nachrichten erfunden oder manche Themen auch nur schlampig recherchiert.

Aktuell passt dazu ein Beitrag im Postillion: Bild schließt Politik-Ressort, um Wulff-van-der-Vaart-Doppelbelastung zu stemmen . Man könnte darüber lachen, wenn es nicht fast wahr wäre. 

Das Problem vor dem wir alle in Bezug auf die Nachrichten stehen ist, dass wir selber kaum überprüfen können was wahr und was falsch ist. Bestenfalls fehlt uns die Zeit, schlimmstenfalls das Wissen um die Notwendigkeit Nachrichten hinterfragen zu müssen. Dabei geht es uns noch gut. Wir haben demokratisch finanzierte und unabhängige Medien, die den Auftrag haben uns mit echten Nachrichten zu versorgen.

Ob sie diesem Auftrag nun gut oder schlecht nachkommen und ob die Zusammensetzung des Fernsehrates so glücklich ist, ist eine andere Sache.

Ich bin froh und stolz darauf, dass wir unabhängige Medien haben und zahle dafür gerne einen Beitrag. Was ich kritisiere ist in Teilen die Verwendung des Beitrags. Dabei geht es mir nicht um Helene Fischer, Wetten Dass oder Musikantenstadl (gibt es das überhaupt noch?). ARD und ZDF müssen alle Schichten der Bevölkerung bedienen und das machen sie halt so. Was ich kritisiere ist die teilweise doppelte Ausstrahlung von Großereignissen. Müssen jeweils ARD und ZDF unzählige Mitarbeiter und Technik zu Olympia, zur WM und sonstigen Großveranstaltungen schicken? Reicht da nicht ein Sender? Gerade für Boulevard oder Sportthemen? Auch sehe ich kein öffentliches Interesse darin, Fußballprofis ein Millionengehalt zu sichern. Auch für 1/4 des Gehaltes würde sicherlich kein schlechterer Fußball gespielt werden. Aber sei's drum.

Die ewige Kritik am Rundfunkbeitrag geht mir auf den Keks. Vor allem wie Bild versucht Stimmung gegen den Rundfunkbeitrag zu machen  ist furchtbar und macht mir Sorge, weil zu viele das unkritisch glauben könnten - was mich wieder zur Einleitung bringt ...

*UPDATE*

Gestern gab es zu dem Thema noch einen schönen und lesenswerten Artikel von Stefan Niggemeier. Diesmal geht es nicht um die BILD, sondern um das Handelsblatt. Lesen -> Ärgern -> Nachdenken.

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