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Zu viel des Guten - Social Media Manager bei Facebook


Facebook

Bei Facebook bin ich Freund und "Fan" einiger Firmen, Vereine und Veranstaltungen aus dem Radsportbereich. Alle versuchen mehr oder weniger immer mal wieder spannende Infoschnipsel los zu werden. Ganz wenige schaffen es wirklich konstant in meiner Timeline aufzutauchen. Aber woran liegt das?

Generell haben es fast alle Firmen oder Institutionen schwer, bei Facebook andauernd und immer interessante, lustige oder lesenswerte Beiträge zu veröffentlichen. Es passiert ja auch nicht jeden Tag etwas spannendes, über das man jetzt unbedingt reden müsste. 

Die richtige Anzahl und gute Inhalte für interessante Posts zu finden, ist eine schwere Aufgabe, die leider nicht jeder sauber gelöst bekommt. Größere Firmen haben inzwischen eine spezielle Stelle geschaffen oder beschäftigen externe Agenturen dafür, den Fans und Followern regelmäßig interessante Happen hinzuwerfen. Das ist dann der "Social-Media Manager". Eines dieser Berufsbilder, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab.

Nicht jeder hat dauernd genug zu erzählen - das ist auch nicht schlimm

Die Aufgabe der Social-Media Manager ist meistens ein zu seltenes Abfeuern von Nachrichtenschnipseln zu verhindern. Man kann sich vorstellen was in den Zielvereinbarungen der Social-Media Manager stehen könnte: "Jeden Tag mindestens ein Post!" oder "Jede Woche mindestens 2 Posts!" oder so ähnlich halt. Gibt es gerade nicht genug zu schreiben, dann muss halt etwas gefunden werden. Die meisten von uns kennen dann das Ergebnis: Irgendwelche Kommentare zu aktuellen Themen oder auch nur "lustige" Bilder. Und weil die Community ja auf jeden Fall eingebunden werden muss, dazu eine Frage: "Wie findet ihr das?", "Wem ist sowas auch schon passiert?", "Was macht ihr am Wochenende so?". Als wenn es den Social-Media Manager oder auch nur einen der anderen "Fans" interessieren würde. Aber die Aufgabe ist erfüllt.

Das kommt zumindest bei mir nicht gut an. Es ist ok wenn es wenig zu sagen gibt - dafür braucht man sich nicht schämen. Aber bitte doch nichts an den Haaren herbeiziehen. Und wenn es von vorneherein nicht genug zum darüber reden gibt, dann muss man ja nicht bei Facebook und Co sein. Dann lieber weg bleiben. Das ist eine dieser Sachen, wo Verzicht der Größte Gewinn sein kann.

Übrigens: Eine der Aufgaben des Social-Media Managers sollte immer und in jedem Fall auch die Pflege der Community sein. Da wird es dann auch richtig schwierig. Weniger weil die Fragen und Anregungen aus der Community so schwer zu beantworten wären. Aber man braucht die Traute dazu. Immerhin kann jeder mitlesen. Aber antworten ist wichtig - wer auf Fragen, Hinweise oder Kritik nicht antwortet, der erscheint erst recht unglaubwürdig. Vor allem wenn 3 Minuten später der nächste lustige "Wie findet ihr das?"-Beitrag kommt. Daher gehört für mich diese Position nicht outgesourced (was ein Wort - ein Hoch auf die Anglizismen!). Nur wer direkt im Unternehmen sitzt, kann auch für das Unternehmen sprechen. Nur er kann sich auf dem kurzen Dienstweg absichern ob die eine oder andere Stellungnahme so auch später vertreten wird. Die Aufgabe ist nicht leicht - und viele scheitern daran.

Zu viel des Guten - hilf mir Facebook!

Es gibt aber auch die andere Sorte der Social-Media Beauftragten. Die werden dann gar nicht müde immer wieder was neues in die Welt zu blasen. Dabei stört sie dann das Geschwätz von vor 10 Minuten erst recht nicht. Warum da noch auf Kommentare eingehen, wenn man schon die nächste tolle, superinteressante Nachricht hat, über die man unbedingt sprechen möchte. Nach dem Motto: "Viel hilft viel!" gibt es einen Beitrag nach dem nächsten.

Aber, liebe Dampfplauderer, das ist Dank Facebook extrem kontraproduktiv. Wie ich hier schon geschildert habe, versucht Facebook meine Nerven zu schonen. Dazu wertet Facebook unter anderem aus, wie oft ich mit einer Person oder Institution interagiere. Natürlich geht das über Menge und Durchschnitt. Was passiert also, wenn jemand übermäßig eher wenig interessante Nachrichten raushaut, auf die dann keiner reagiert? Genau: Facebook wird das immer weniger und weniger anzeigen. Der Social-Media Manager klopft sich auf die Schulter ob seiner vielen Beiträge und gleichzeitig verschwindet sein Auftraggeber mehr und mehr aus den Timelines der User.

Screenshot der beschriebenen Funktion Beitrag hervorheben für Seitenbetreiber.

Gegen harte Währung lässt Facebook Gnade vor Recht ergehen.

Quelle: Facebook, Eigene Fanpage


Dazu kommt spätestens seit dem Börsengang von Facebook noch ein ganz anderes Interesse: Geld verdienen. Facebook bietet Betreibern von FanSites gegen harte Währung an, bei dem eigenen Mechanismus, die User zu schützen, mal Gnade vor Recht ergehen zu lassen. "Beitrag hervorheben" nennt sich das Feature für Seitenbetreiber. Das beweist übrigens auch das es diesen Filtermechanismus gibt. Denn sonst müsste es das Publikum "Personen, denen deine Seite gefällt" (vgl. Screenshot) ja gar nicht geben, oder?

Der Grat auf dem Seitenbetreiber bei Facebook wandeln ist also schmal. Es tut mir weh zu sehen, wenn übereifrige Social-Media Manager sich durch zu viel Schreiberei aus meiner Timeline schießen und ebenso schade finde ich es, wenn ich nur alle paar Monate mal wieder was zu einer Veranstaltung oder eine Firma lese.

Daher überlegt Euch doch bitte als Firma oder Veranstaltung, ob und warum man unbedingt bei Facebook vertreten sein möchte. Sollte man das schon sinnvill finden, dann bitte auch ordentlich kommunizieren.

Schweigen ist nämlich manchmal tatsächlich Gold.

 

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