Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

AdBlocker erkennen mit Piwik


Webdesign

Logo AdBlock Plus. 

Quelle: AdBlock Plus

Vor ein paar Tagen "beschwerte" sich der Vermarkter eines unserer Kunden darüber, dass es eine zunehmende Abweichung von ausgelieferten Seiten und ausgelieferter Werbung gibt. 

Ich hatte mich schon gefragt wann das auch bei uns passieren würde. Da wir fast ausschließlich im Sportbereich arbeiten, haben wir eine eher "gesetztere" Zielgruppe was die Internetnutzung angeht. Das sind keine User, die jeden Tag mehrere Stunden im Internet verbringen und sich mit dem Internet um dessen selbst willen beschäftigen.

Aus Interesse beobachte ich auch die Gaming- und IT-Szene, in der das Problem schön länger auch aktiv diskutiert wird. Die Zielgruppe dieser Seiten ist deutlich technikaffiner und lernt sehr schnell, praktische Helferlein zu benutzen. Allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Zielgruppe unserer Kunden erreichte.

Ausgelöst wurde das aktuelle Wachstum wohl durch eine Kampagne von Spiegel-Online und anderen großen Onlinemedien. Mit der Bitte, doch auf den Einsatz eines AdBlockers zu verzichten wurde ein Streisand-Effekt ausgelöst. Tja. Shit happens. Ärgerlich dabei ist, dass die meisten User einen AdBlocker vielleicht wegen einer einzelnen, äußerst aggressiv werbenden Seite installieren - ihn aber nicht für andere Seiten bewusst deaktivieren.

Mit diesem Hinweis machte Spiegel.de seine Nutzer auf das Problem mit dem AdBlocker aufmerksam.
Da der Hinweis seit einiger Zeit nicht mehr erscheint, ist der Screenshot von ZDNet



Ich persönlich kann zum Teil verstehen warum man einen AdBlocker einsetzt. Wenn man allerdings versucht das Große Ganze zu sehen, dann sollte man das Ding schleunigst wieder ausschalten. Der Anbieter des AdBlock-Plus fordert eine Diskussion um Bannerwerbung. Dann mal los. Allerdings möchte ich nicht wieder in eine Grundsatzdiskussion kommen, sondern eigentlich nur kurz beschreiben wie man sehr schnell und einfach den Einsatz eines AdBlockers mit Hilfe von Piwik und benutzerdefinierten Variablen feststellen und quantifizieren kann.

Die Idee

Der AdBlocker unterbindet im Browser, dass Content aus bestimmten Quellen angefordert wird. D.h. der Inhalt dieser Quellen wird nicht abgeholt und erreicht den Browser des Users erst gar nicht. Es ist daher nicht so, dass Werbebanner im Browser einfach nur versteckt oder ausgeblendet werden. Sie kommen gar nicht dort an. Das spart nicht nur nerviges "Bling Bling", sondern auch Ladezeit.

Der AdBlocker funktioniert mit Filterlisten. Die Standardliste für Deutschland ist die so genannte "Easylist". Wenn man sich die anschaut, findet man schnell passende Muster die man einfach nachbauen kann, um dem AdBlocker attraktives Futter hinzuwerfen. In meinem Fall hab ich mich zu einer Ordnerstruktur "/ads/banner/" entschieden und darin wird ein File Namens banner.js angelegt. Diese Kombination strotzt so vor unerwünschten Wörtern, dass der AdBlocker gar nicht anders kann als den Abruf der Datei banner.js zu verhindern. Das können wir dann messen.

Und so funktioniert's

Im Header der Website deklarieren wir mit Javascript eine Variable:

<script type="text/javascript">
// <![CDATA[
edatest_aktiv = true;
// ]]>
</script>

Der Name der Variable ist willkürlich gewählt. Da ich im Quellcode ungern Details über einzelne Funktionen verrate, hab ich mich für einen neutralen Namen entschieden.

Nach der Deklaration binden wir die Datei /ads/banner/banner.js ein:

<script type="text/javascript" src="/ads/banner/banner.js"></script>

Inhalt der Datei banner.js:

edatest_aktiv = false;

Was passiert sollte jetzt klar sein: In der Datei banner.js wird die vorher mit TRUE deklarierte Variable auf FALSE gesetzt. Wird der Aufruf der Datei aber durch einen aktiven AdBlocker verhindert, bleibt der Wert auf TRUE.

Als nächstes folgt dann der Aufruf des Piwik Codes. Den binden wir in unseren Projekten immer über eine externe .js-Datei ein, die wir zu dem Zweck hier etwas erweitert haben. Für die Messung des AdBlockers haben wir uns für den Einsatz einer benutzerdefinierten Variable in Piwik entschieden. Das verfälscht die Gesamtstatistik nicht und lässt sich auch wunderbar auswerten. Alternativ kann man auch einfach einen weiteren Seitenaufruf auslösen. Aber das würde die PI-Zahlen extrem pushen, was aber ja keiner will. Der Piwik Code mit der Nutzung von benutzerdefinierten Variablen sieht dann so aus:

var _paq = _paq || [];
(function(){
var u=(("https:" == document.location.protocol) ? "https://tc.elektrodampf.de/" : "http://tc.elektrodampf.de/");
_paq.push(['setSiteId', XX]); // ID der zu trackenden Seite
_paq.push(['setTrackerUrl', u+'piwik.php']);
if (edatest_aktiv) { edab = "ja" } else { edab = "nein" }; // Hier wird der aktuelle Wert der Variable edatest_aktiv erkannt
_paq.push(['setCustomVariable', // Definieren einer Benutzerdefinierten Variable in Piwik
1, // Index = 1
"edab", // Name der Variable in Piwik
edab, // Wert ("ja" für AdBlocker aktiv oder eben "nein"
"visit" // Erfassen wollen wir die Variable auf Ebene eines Visits - das macht am meisten Sinn
]);
_paq.push(['trackPageView']);
_paq.push(['enableLinkTracking']);
var d=document,
g=d.createElement('script'),
s=d.getElementsByTagName('script')[0];
g.type='text/javascript';
g.defer=true;
g.async=true;
g.src=u+'piwik.js';
s.parentNode.insertBefore(g,s);
})();

So, das war es auch schon. Nach einiger Zeit kann im Piwik Dashboard über Besucher > Benutzerdefinierte Variablen das Ergebnis angeschaut werden.

Auf unserer "Problemseite" kann man dabei auch einen deutlichen Unterschied zwischen den Arbeits- und Freizeitstunden feststellen. Von 9 bis 18 Uhr haben wir ~7% User mit aktiviertem AdBlocker, davor oder danach sind es bis zu 15%.

Das Problem ist also noch überschaubar, aber leider schon deutlich absehbar. Bei Fragen einfach kommentieren. So sieht das dann aus:

Beispiel zur Auswertung einer benutzerdefinierten Variable im Dashboard von Piwik.

Quelle: Piwik Dashboard 1.11.1 - elektrodampf GmbH


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