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Katz und Maus mit AdBlock


AdBlock

Ich bin kein Freund des Add-ons AdBlock (Plus). Dahinter steckt eine unangenehme "Ich will alles nehmen, aber nichts geben"-Mentalität, wie sie im Internet leider mehr und mehr zu finden ist. Besonders kleine Seiten haben mit einem hohen Anteil von AdBlock-Usern zu kämpfen. Was aber GMX und Web.de seit gestern veranstalten, ist auch nicht in Ordnung.

Viele Seiten versuchen sich gegen User mit AdBlockern zu helfen. Häufig werden dann anstelle der Werbung kleine Hinweistexte angezeigt, die auf das Dilemma aufmerksam machen und den User zur Mithilfe auffordern. Web.de und GMX gehen aber in dieser Woche andere Wege: Dort wird AdBlock-Usern Usern eines AdBlockers ein Sicherheitshinweis angezeigt:

Vermeindlicher Sicherheitshinweis bei web.de | Quelle: Ich

Das ist natürlich eine ziemlich linke Nummer. Auch wenn es immer mal wieder (mal mehr, mal weniger) bestätigte Gerüchte darüber gibt, dass sich z.B. AdBlock Plus nicht ganz koscher verhält und zum Beispiel Affiliate-Links umschreibt oder Geld von z.B. Google nimmt um deren Anzeigen weiterhin anzuzeigen, ist das Programm aber immer noch kein Sicherheitsrisiko. Es mag ein Parasit von zweifelhaftem Ruf sein - aber mehr auch nicht.

Katz und Maus: AdBlock Plus fragt höflich ob er der Hinweis nicht einfach ausgeblendet werden soll. 1:0 AdBlock (Plus).

Quelle: Ich


Ich selber sehe im Normalfall überhaupt keinen Sinn darin, den einen AdBlocker zu benutzen. Für die Screenshots habe ich AdBlock Plus mal testweise aktiviert und siehe da: Die AdBlock Plus-Macher haben schon auf die Kampagne reagiert. AdBlock Plus fragt höflich, ob diese gezielte Meldung für AdBlock (Plus)-User denn nicht einfach ausgeblendet werden soll. Damit hat sich das dann auch. So beginnt also wieder ein Katz- und Mausspiel und im Moment scheint der Gewinner der AdBlocker zu sein. Leider!

Einen anderen Weg geht zum Beispiel Netzpolitik.org. Dort werden im Moment die Leser aufgerufen Vorschläge zu machen, wie man mit dem Vermarktungsdilemma zielführend umgehen kann. Ich bin gespannt.

UPDATE: Wegen der Nachfrage, ob ich denn den Unterschied zwischen AdBlock und AdBlock Plus nicht kennen würde, hab ich das mal ein wenig konkretisiert - in der Sache spielt es für mich aber kaum eine Rolle. Auch wenn sich der ein oder andere AdBlocker (wovon es ja noch mehrererere gibt neben AdBlock (Plus) ) anders verhalten mag, bleibt das Problem für Seitenbetreiber bestehen und die Aktion von web.de und GMX ist immer noch unglücklich.

Übrigens: Meiner Meinung nach gehören die Anwender eines AdBlockers (ganz egal ob AdBlock, AdBlock Plus, AdBlock Edge, Ad Muncher, Layerblock, ...) mit zu den Verlierern. Natürlich nicht kurzfristig. Da kann man sich ruhig freuen den blöden Werbetreibenden ein ach so tolles Schnippchen geschlagen zu haben. Mittel- und sicher langfristig wird es aber zu kommen, dass viele, viele kleine Seiten den Betrieb einstellen oder auf den "Hobbybetrieb" reduzieren. Andere versuchen hinter Bezahlschranken zu verschwinden oder werden noch aggresiver in den Werbeformen. Darunter leiden dann am Ende alle Besucher - auch die toleranten.

Andererseits lasse ich mir schon das Argument gefallen, dass die Nutzung eines (beliebigen) AdBlockers dazu beitragen kann, die Seitenbetreiber zum Nachdenken anzuregen. Die ein oder andere sehr nervige Werbeform wird dann vielleicht doch sein gelassen. Ich erinnere mich an eine extremst nervige Overlay-Werbung auf gameone.de. Da blieb einem fast nichts anderes übrig, als die Werbung zu blocken, wenn man die Seite vernünftig benutzen wollte. Denn das Overlay wurde bei jedem Seitenwechsel aufgerufen. Trotz Cookies und Co. Da wollte man wohl möglichst zügig maximale AdImpressions liefern - oder hatte schlicht einen Fehler gemacht. 
Da der Mist aber mehrere Tage lief, gehe ich mal von Ersterem aus. Womit man natürlich auch dem Werbetreibenden einen Bärendienst erweist.

Damit dieser AdBlock-Lerneffekt bei Seitenbetreibern funktioniert, müsste man dann aber nach erfolgreicher "Bekehrung" seinen Adblocker wieder ausschalten ... und das scheint leider nicht ganz so gut zu klappen ...

 

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