Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

Radsport 2.0: Das rad-net ROSE Team


Radsport

Das rad-net ROSE Team.
Foto: Offizielle Website

Der Radsport steckt in der Krise. Wenn man mit der aktuellen Situation konstruktiv umgehen will, darf man das nicht leugnen. Daher Blick nach vorne und ab in die Zukunft. Einen Weg zeigt das rad-net ROSE Team.

Jede Sportart braucht ihre Helden und Idole. Die Art von Sportlern, denen junge Talente nacheifern und in deren Fußstapfen sie treten möchten. Diese Sportler bringt in jeder Disziplin der Spitzensport hervor. Daher muss das Thema Radsport mehr sein als Doping oder Breitensport. Wir brauchen den Spitzensport.

Im Moment hat man den Eindruck, eine ganze Sportart steckt bis zur Hüfte im Dopingsumpf und ist davon gelähmt. Natürlich ist das Thema ein Problem und natürlich muss man sich damit beschäftigen. Aber nicht nur. Der nationale Radsport muss sich trotzdem weiterentwickeln. Schöne Floskeln, aber wie soll das gehen?

Es ist kein Geheimnis, dass Bekanntheit und Akzeptanz einer Sportart von Idolen abhängen, die eine Sportart in die breite Öffentlichkeit verkaufen können. Beispiele gibt es dafür genug. Ob ein Michael Schuhmacher, ein Boris Becker oder eben ein Jan Ulrich: Alle haben ihre Sportart für einen bestimmten Zeitraum an die Spitze des öffentlichen Interesses gerückt. Fußball lässt sich in Deutschland als Sportart Nummer 1 (leider) nicht verdrängen - aber immerhin nah dran.

Ich weiß noc,h wie ich Ende der 80er mit meinem Vater zum Tennistraining gegangen bin, weil Tennis auf ein mal total angesagt war. Oder Ende der 90er, als die Tour ein Straßenfeger war und in jeder Kantine über die letzte oder anstehende Etappe diskutiert wurde.

Das ist aber leider schon eine gefühlte Ewigkeit her. Radsport ist im Vergleich mit anderen Sportarten aber auch ein undankbares Geschäft für junge Leute. Sehr zeitaufwendig, momentan medial unbeachtet und wenn doch, dann negativ besetzt. Zum Schulsport nur schwer geeignet und die Klassenkameraden können auch nicht zum "zugucken" vorbei kommen.

Trotzdem finden sich noch junge deutsche Talente, die ihr Herz an den Radsport verlieren. Das ist toll und gehört gefördert. Nun fährt man aber nicht vom Training am heimischen Hausberg mal eben bis zur Tour. Dazwischen liegt unter anderem die Station in einem KT-Team. Als Fahrer in einem (halb-)professionellen KT-Team werden die jungen Sportler in den Zirkus des Profisports eingeführt und können sich entwickeln. Das Augenmerk eines KT-Teams liegt auf der Förderung der Jugend. So muss mindestens die Hälfte der Fahrer unter 28 Jahren sein. KT-Teams dürfen allerdings nicht an der World-Tour teilnehmen und fristen so ein eher unbeobachtetes Dasein. Im Vergleich mit anderen Sportarten fällt mir da im Motorsport die Formel 3 ein. Immer mal wieder hört man "Fahrer xy wurde in der Formel 3 schon entdeckt" - aber sehen tut man davon herzlich wenig.

Daraus entstammt dann auch eines der wesentlichen Probleme dieser "Zwischenserien": Keinen interessierts. Mehr als Vereinssport, aber keine öffentliche Bühne. Nichts für regionale und lokale Partner wie im Verein, aber scheinbar zu wenig für die großen, internationalen Unterstützer. Dafür aber verdammt teuer. Wenn man sich anschaut was an Material und Reisekosten benötigt wird ... das ist schon ordentlich. Die Finanzierung dafür aber denkbar anstrengend.

Daher finde ich es extrem lobenswert, dass es mit dem rad-net ROSE Team in dieser Saison ein junges, rein deutsches KT-Team gibt. Die Zielsetzung ist zu 100% die Förderung der Sportler. Die Sportler sollen nicht für Erfolge mit marginaler Wertigkeit verbrannt werden, sondern sollen sich in Ruhe und optimal begleitet entwickeln können. Ein Hauptziel der Förderung sind die olympischen Spiele in Rio 2016. Die Fahrer haben zum Großteil bereits Erfahrung im Nationalkader und den Jugendmannschaften gesammelt. Jetzt geht es einen Schritt weiter. Es ist großartig, dass sich Partner wie ROSE, CASCO oder Bio-Racer gefunden haben, die das Vorhaben unterstützen. Gerade in der aktuellen Zeit. Bei diesen Partnern scheint nicht vergessen worden zu sein, dass auch sie am Ende von einem funktionierenden und in der Öffentlichkeit vertretenem Sport profitieren. Das ist super und davon wünscht man sich mehr. Es gibt natürlich auch noch andere KT-Teams unter deutscher Leitung. Allerdings ist das rad-net ROSE Team meines Wissens nach das einzige, was sich diese extreme Art der Förderung auf die Fahne geschrieben hat.

Bevor ich mit dem rad-net ROSE Team in Berührung kam wusste ich gar nicht dass es KT-Teams gibt und was genau da gemacht wird. Nachdem ich nun ein wenig im Thema bin, bin ich begeistert und möchte das gerne teilen. Diese Arbeit verdient Aufmerksamkeit und auch in Teilen eine interessierte Öffentlichkeit. Dazu möchte ich gerne meinen Beitrag leisten!

 

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