Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

Das neue Spielzeug wurde getestet: Der GARMIN EDGE 500 ist top


Material

Eigentlich bin ich nach der Sache mit meinem GARMIN EDGE 605 und der fehlenden Anzeige für Kadenz und Herzfrequenz ja sauer auf GARMIN. Aber zum einen sind sie halt die Referenz und zum anderen waren Trittfrequenzsensor (GSC-10) und ANT+ Brustgurt nun schon mal angeschafft. Also musste der GARMIN EDGE 500 her.

Erstmal stellte sich die Wahl zwischen dem GARMIN EDGE 200 und dem 500. Der GARMIN 500 ist zwar ein wenig teurer, aber ausschlaggebend waren für mich am Ende folgende Punkte:

  • Anpassbare Bildschirme
    Das kenn ich von meinem EDGE 605 und habe mich da sehr dran gewöhnt. Ich schiebe mir auf die Bildschirme was mir wichtig ist und kann das je nachdem wieder anpassen. Zwar nur ein Detail, aber doch sehr praktisch.
  • Abfahrbare Routen
    Klar, der EDGE 500 hat keine Kartenanzeige wie der EDGE 605. Aber es besteht doch die Möglichkeit eigene oder fremde Strecken auch dem Netz als *.tcx in den Garmin zu laden und dann als "Punktelinie" abzufahren.
    Das ist natürlich im Zweifel nicht so einfach wie  mit Kartenansicht - den Weg findet man damit aber sicher auch. Gerade wenn man so wie ich auch mal mehrere Tage mit dem Rad unterwegs sein will eine wichtige Sache.
    Dazu muss ich übrigens sagen, dass mich die Planungsfunktion des EDGE 605 nie wirklich überzeugt hat. Das mag dazu ausreichen, um von irgendwo zu sagen "Plane mir die Route nach Hause". Als Ersatz für ein Navi war der EDGE 605 aber zu leistungsschwach. 
  • Die Möglichkeit weitere ANT+ Geräte zu koppeln
    Im Moment zwar Illusion, aber vielleicht kommt ja irgendwann mal von irgend woher ein Wattmessgerät unter den Weihnachtsbaum. Der EDGE 200 versteht wohl nur die GARMIN Geräte, der 500er kann aber auch Fremdsprachen ;)

Also wurde der 500er bei Amazon bestellt und war natürlich am nächsten Tag da. Amazon ist echt spitze.
Inzwischen war ich ein paar hundert Kilometer mit dem GARMIN EDGE 500 unterwegs und bin sehr, sehr zufrieden. Alles klappt wie es soll und sogar besser wie ich das gewohnt war.

Kurz die Highlights die mich bisher begeistern:

  • Größe und Lesbarkeit
    Nicht zu groß und nicht zu klein. Das Teil macht einfach eine gute Figur. Ich habe 6 Anzeigefelder auf dem "Startbildschirm". Gefahrene Zeit, Geschwindigkeit, Entfernung, Uhrzeit, Herzfrequenz und Kadenz. Alles sehr gut ablesbar und das Umschalten zwischen mehreren Bildschirmen funktioniert sauber.
  • Genauigkeit
    Für Puls und Kadenz nutzte ich bisher den POLAR 200 CS. Auch ein feines Gerät, das aber nun vom Lenker verschwunden ist. Beim POLAR hatte ich gelegentlich das Problem, dass mir das Herz stehen geblieben ist. Soll heißen die Verbindung war nicht immer ganz sauber. Nein, lag nicht am Brustgurt. Da hab ich einige durch und auch bin ich nicht permanent an Bahngleisen vorbei gefahren ;)
    Das Gleiche mit der Kadenz. Zu 95% hat mit dem POLAR immer alles gepasst, aber mit dem GARMIN hab ich im Moment den Eindruck es klappt noch ein bisschen besser: Puls und Kadenz werden sofort erkannt und aktualisieren sich auch häufiger als bei POLAR. Gefühlt ist das einfach ein wenig genauer. 
  • Durchdachtheit  (keine Ahnung wie ich das besser nennen soll)
    Ein Problem mit dem EDGE 605: Wenn man durch den dichten Wald fuhr, mangelte es häufiger mal am GPS Signal. Gerade bei Abfahrten im Wald fehlte am Ende schnell mal 1 Kilometer auf der Uhr, was natürlich auch ordentlich was am Schnitt machte. Dieses Problem löst der GARMIN 500 sehr clever: Der Sensor für die Trittfrequenz (GSC-10) ist gleichzeitig auch ein altmodischer Geschwindigkeitsmesser mit Magnet an der Speiche. Bei der ersten Tour kalibriert der EDGE 500 den Radumfang direkt automatisch. Fehlt nun mal das GPS-Signal und wird ungenau, liest der GARMIN einfach die Werte aus dem GSC-10. Quasi das beste aus zwei Welten.
  • Befestigungssystem überarbeitet
    Das alte System vom EDGE 605 war ein wenig "klobig". Das Gerät wurde seitlich aufgesteckt und von einem Sicherungsstift fixiert. Zum Rausnehmen musste man den Stift dann runterdrücken. Das war zwar kein Problem, allerdings brach das Ding hin und wieder mal ab und schon musste eine neue Halterung für ~10 EUR her. Ausserdem war beim Aufstecken immer ein kleines Problem, dass sich nix seitlich von der Halterung befinden durfte. So Sachen wie Lampe oder Klingel werden dann schon mal zum Problem. Der Garmin EDGE 500 wird - wie bei POLAR - aber einfach auf eine runde Halterung gesteckt und um 90 Grad gedreht. Fertig. Das wirkt sehr zuverlässig und vor allem robust. Gut gemacht GARMIN.

Der Upload zu STRAVA klappt im Zusammenspiel mit dem GARMIN Plugin wunderbar und auch sonst finde ich im Moment nur einen möglichen Nachteil: Die Schutzklappe für den USB-Anschluss. Das ist so eine Gummilippe, die an einer Seite im Gehäuse verankert ist. Gerade wenn man den GARMIN öfters mit dem PC verbindet, fummelt man diese Abdeckung immer auf und wieder zu. Dabei macht die Stelle der Verankerung keinen allzu stabilen Eindruck. Ich fürchte in 2-3 Monaten hab die Abdeckung in der Hand und damit liegt der USB-Anschluss dann offen. Das wird auch kein Drama sein, aber da bin ich einfach was skeptisch ob sich dafür keine robustere Lösung hätte finden lassen.

Aber das wissen wir ja noch nicht und bis dahin kann ich den GARMIN EDGE 500 zu 100% empfehlen. Zusammen mit dem Trittfrequenzsensor GSC-10 und dem Brustgurt von Garmin (oder ein anderer mit ANT+) hat man alles was man zum ambitionierten Training braucht. Da er sich auch mit einem Wattmesser per ANT+ unterhalten kann, ist auch an die Zukunft gedacht

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