Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

runtastic war gestern - heute ist STRAVA


strava

Seit zwei Jahren bin ich leidenschaftlicher Nutzer von runtastic. Wer es nicht weiß: runtastic ist ein virtuelles Trainingstagebuch. Mit der App lassen sich gefahrene Strecken speichern, dokumentieren und auswerten. In dieser Woche habe ich aber etwas Neues entdeckt. Und das ist wesentlich geiler: STRAVA.com. Endlich hat mal jemand verstanden was man aus GPS-Daten machen kann!

Darum geht es!
Quelle: http://penninefellrunners.co.uk

Vom Grundsatz her nimmt sich STRAVA nicht viel mit anderen Trainingstagebüchern im Netz. Oder wie es medial inzwischen heißt: Anwendungen zur Selbstvermessung.

Man lädt zurückgelegte Strecken, die man mit dem Handy oder anders protokolliert hat, hoch oder importiert sie direkt von z.B. einem Garmin Radcomputer.

Was mich an runtastic etwas gestört hat

Für das Dokumentieren und Zeigen von Strecken war runtastic völlig ausreichend. Die Statistiken waren vergleichbar mit dem was man von anderen Trainingstagebüchern oder PC-Programmen kennt. Was mir fehlte war ein wenig Ordnung bei der Anzeige der Statistiken und die Auswertungsmöglichkeiten waren doch recht spartanisch. Zumindest in der kostenlosen Version. Auch suchte ich vergeblich nach einer API oder irgendwas, um meine hochgeladenen Strecken auch anders nutzen oder anzeigen zu können.

Was macht STRAVA anders als runtastic?

Zum einem ist die GUI etwas bedienerfreundlicher und moderner als z.B. runtastic oder runkeeper. Ich hatte erst etwas Probleme mich einzufinden, weil die GUI doch sehr reduziert ist. Wenn aber erst mal die erste eigene Strecke hochgeladen ist, wird es verständlicher. STRAVA konzentriert sich aber auch voll auf Radfahren und Laufen. Das ist im Vergleich zu runtastic, die versuchen jede erdenkliche Sportart abzudecken, sicherlich ein Vorteil für uns Radsportler.

Dann kommt aber der Clou: STRAVA untersucht die hochgeladenen Strecken auf einzelne Abschnitte (Segmente). Segmente kann man für seine Strecken erstellen, um z.B. zu schauen wie man sich an welchem Berg, Sprint oder Abfahrt im Laufe der Zeit verbessert.
Das Coole ist jetzt, dass STRAVA eine Strecke beim upload direkt auf eigene oder fremde Segmente untersucht. Für viele Segmente gibt es auch Ranglisten, in die man automatisch eingereiht wird, sobald man das Segment gefahren ist. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ab wann es eine Rangliste gibt, aber ich vermute sobald 3 unterschiedliche Fahrer ein Segment abgefahren haben wird eine Rangliste eröffnet. Sind bisher zu wenige ein Segment abgefahren, dann zeigt STRAVA immer noch an, ob und wie man sich auf einem Segment geschlagen hat. Beispielweise ob es eine neue Persönliche Bestzeit (PB) gab, oder ob man die zweitschnellste eigene Zeit gefahren hat usw. Das ist sehr genial.

Die Profilseite von STRAVA. Es werden jeweils die letzten 28 Tage zusammengefasst. Dazu gibt es noch einen Überblick über die letzten Erfolge und Strecken.


Es macht richtig Spaß auf den eigenen Strecken oder in der Umgebung Segmente mit Ranglisten zu entdecken. Ich habe diese Woche alle alten Tracks der letzten 2,5 Jahre von meinem Garmin importieren lassen und belegte prompt ein gutes Dutzend gute Platzierungen in verschiedenen Ranglisten. Bei einem Segment reichte es sogar für den KOM (King of Mountain). Also den ersten Platz bei einem Anstieg. Ich staunte nicht schlecht als ich sah, wie viele Segmente und Ranglisten es alleine auf meinen paar Hausrunden hier gibt. Also gestern direkt ein paar abgefahren mit dem festen Vorsatz meine Positionen in ein paar Ranglisten zu verbessern.

Erschreckend wie einfach man gestrickt ist, aber das motiviert echt. Ich hab mich richtig schön auseinander genommen nur um ein paar Plätze in den Ranglisten zu klettern. An einem langen Zieher wurde ich von einem Auto geschnitten und wollte dem zurufen "EY! ICH FAHR HIER EIN RENNEN!" ;) Bei aller Motivation muss man halt doch drauf achten, nicht zu leichtsinnig zu werden. Bei einer Abfahrt habe ich dann gestern auch den KOM erreicht - aber in der Abfahrt dachte ich mir schon dass man die viel schneller auch nicht mehr fahren darf. Aber war gerade noch so im Lot.

Die Erfolgsübersicht einer gefahrenen Strecke. Ich sehe direkt welche Segmente in der Strecke gefunden wurden und wie ich mich dabei geschlagen habe. Die Krone bedeutet ich habe den ersten Platz in einer Rangliste übernommen. Die Pokale stehen jeweils für die Plätze 2-10. Persönliche Erfolge ausserhalb einer Rangliste werden durch die Medaillen gekennzeichnet. Anstiege werden in Categorien eingeteilt. Auf meiner Runde gestern hatte ich also Anstiege der Kategorie 3 und 4.


Nach dem Upload der Strecke wird direkt angezeigt, ob und welche persönlichen oder allgemeinen Ranglistenverbesserungen es gegeben hat. Wenn man dann die Segmente studiert stellt man schnell fest, welche Fahrer noch so in der Region ambitioniert unterwegs sind. Das ist also auch noch eine echt soziale Komponente. Sollte mir einer meiner KOMs wieder genommen werden, erhalte ich von STRAVA auch direkt eine E-Mail. Ich bin mal gespannt ob sich daraus nicht der ein oder andere Kontakt unter Radsportlern in der Region ergibt.

Challenges bei STRAVA

Zusätzlich zu der Segmentauswertung bietet STRAVA noch sogenannte Challenges an. Im Prinzip nichts anderes wie ein Ziel das man erreichen, oder sich dabei mit anderen messen möchte. Challenges kann man sich selber erstellen, oder man nimmt an einer berits existierenden Teil. Das sind dann so Sachen wie "Wer fährt die meisten Kilometer in einem Monat?" oder "Fahre 500 Kilometer in der Zeit von ... bis ...". Das klappt bisher auch super. Allerdings werden manuell eingegebene Strecken nicht für die Challenges angerechnet. Das macht im Rahmen der Fairness aber auch Sinn finde ich. Ich hatte diesen Monat mal den Garmin nicht nachgeladen und mir fehlten ~40 Kilometer in meiner Monatsstatistik. Die habe ich dann per Hand ergänzt, aber die wurden nicht gewertet. Aber was soll's?

STRAVA bietet Widgets an

Im Gegensatz zu runtastic bietet STRAVA verschiedene Widgets an, die man in seinem Blog integrieren kann. Bisher zwar nur zwei Widgets, aber immerhin mehr als bei runtastic die sowas gar nicht haben. Das kapier ich eh nicht. Als alter Marketeer weiß ich doch wie wichtig es ist auf möglichst vielen Seiten seinen Fußabdruck zu hinterlassen. Billiger kann man seine Reichweite nicht einkaufen. Aber gut - runtastic wird seine Gründe haben das nicht anzubieten.

Kurzum: runtastic war gestern und heute ist STRAVA.

 

Artikel zum gleichen oder ähnlichen Thema

STRAVA mit neuer Streckenansicht in BETA


Strava bietet im Moment die Möglichkeit auf Wunsch bereits die neue Streckenansicht in der BETA zu testen.…

Jetzt werden die Champions gemacht


Der Herbst ist da und zwar volle Pulle. Letzt Jahr hab ich mich nach Rad am Ring furchtbar hängen lassen…

Monatsrückblick August 2013


So viel wie im August bin ich noch in keinem Monat gefahren seit ich auf dem Rennrad sitze. Fast 1.250…

Garmin EDGE 605 nicht kompatibel mit Garmin Trittfrequenz GSC 10 und Brustgurt Puls


Nachdem ich STRAVA entdeckt habe will ich mehr mit meinem Garmin EDGE 605 anstellen. Der Garmin 605 ist…
« Zurück zur Übersicht

Kommentare zu runtastic war gestern - heute ist STRAVA

comments powered by Disqus

Latest zum Radfahren


Latest vom Radfahren