Nerdige Gedanken vom und zum Radfahren

Rad am Ring 2013 - Durch den Monsun


Bericht

Rad am Ring sollte das Highlight dieser Saison werden. Eigentlich hat nur der Gedanke an Rad am Ring mich im Juli und August mehr als 2.000 Kilometer vor die Tür getrieben, um am Anstieg zur  Hohen Acht nicht völlig zu versagen. Nun ist das Wochenende Geschichte und es bleibt unvollendet!

Rad am Ring 2013 mit dem Arbeitstitel 'Durch den Monsun'! Hier der nächtliche Blick aus unserem Zelt auf die Strecke vor der Mercedes Tribüne kurz nach Start/ Ziel.

Rad am Ring ist jetzt schon eine Woche her. Vor 7 Tagen sind wir mit dem extra gemieteten Wohnmobil zum Ring aufgebrochen. Dort trafen wir uns mit zwei anderen 4er-Teams, mit denen wir schon im letzten Jahr gemeinsam unterwegs waren. Nachdem wir im letzten Jahr noch ein wenig „unorganisiert“ unterwegs waren, hatten wir versucht uns für dieses Jahr besser abzusprechen wer was mitbringt und wer sich um was kümmert. Das hat auch sehr gut geklappt.  Durch eine frühe Anmeldung direkt am ersten Tag hatten wir unsere Wunschparzellen gesichert: Direkt vor der Mercedes-Benz Tribüne, in der ersten Haarnadelkurve nach Start/ Ziel mit satt Platz nach hinten.

 

Der Artikel ist eine ganz schöne wall of text, aber es gab auch viel zu erzählen. Eine Gallerie mit vielen Bildern zum Wochenende findet ihr am Ende des Artikels ...

Der Freitag vor dem Rennen

Statt zwei einfachen Pavillons hatten Volker und Marc dieses Jahr ein geniales 6x6m Festzelt organisiert. Ich hatte noch kurz darüber nachgedacht, ob wir das wirklich aufbauen wollen, weil es schon viel Platz wegnahm und ja eigentlich nur die Sonne scheinen  sollte … ha ha!

Freitag war die Welt noch in Ordnung. Unser Zelt steht 2 Meter hinter der Absperrung, davor die Räder. Das findet Micha auch ganz toll ;)


Dank unserer netten Parzellennachbarn hatten wir auch die Innovation am Start: Ein eigenes Dixie-Klo. Das ist echt genial. Unsere Nachbarn hatten sich das bereits vorreserviert. Als dann der Würstchenmann kam und das Dixie brachte,  schlossen wir uns an und bestellten auch eins. Das ist mit 150 EUR zwar kein Schnäppchen, wird dafür aber täglich geleert und mit 12 Leuten bleibt es dann doch eine überschaubare Investition. Das machen wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder!

Eigentlich wollten wir unsere Absperrung beleuchten, damit uns Nachts keiner in Wohnzimmer kracht. Besonders stolz waren wir auf das unheimlich nervig blinkende Schild "Open 24 hours". Durch den Regen ist daraus leider nix geworden.


Im letzten Jahr gab es am Freitag vor dem Rennen Sturm und Regen, dafür dann ab Samstagvormittag Sonne satt. Dieses Jahr sollte es genau anders rum kommen. So saßen wir dann Freitagabend schön gemütlich vor unserem Zelt und quatschten uns müde. Die Strategie für die 24 Stunden war schnell besprochen: Bis es dunkel wurde wollten wir Einzelrunden fahren, die Nacht hindurch dann Doppelrunden. So kann jeder zumindest 5-6 Stunden durchschlafen. Teams die es eilig haben verzichten meist auf  die Doppelrunden, weil man in der zweiten Runde schon Zeit liegen lässt. Das ist aber ein Trade-Off. Fabian hatte einen geilen Wanderpokal für das stärkste Team  in der internen Wertung gebastelt. Als Mixed-Team war uns klar, dass wir da aus dem Rennen sind, aber die anderen Teams hat das richtig schön gepusht. War auch ne super Idee!  Wir mussten nur noch die Startreihenfolge festlegen. Die  Startrunde sollte am besten jemand fahren, der sich schon öfters in einem Feld bewegt hat und sich in den Abfahrten evtl. auch mal nach vorne absetzen kann. Einfach weil es da sicherer ist als im dichten Feld. Unsere Wahl fiel auf den alten Heizer Volker. Volker wechselt dann auf mich, ich auf Louisa und Louisa auf Marc. Da Volker und Marc zusammen im Sprinter schliefen, war die Rotation optimal für die Nachtruhe. So sollte es also sein. Zwischen 22 und 24 Uhr ging irgendwann jeder in die Koje und zumindest ich habe wunderbar geschlafen.

Samstag - Es geht los

Als ich Samstag dann um 7 Uhr aufstand und zur Freude aller Mitschläfer im Camper erst mal Kaffee aufsetzte, war es schon am Nieseln. Das Wetterradar versprach aber Besserung. Bis zum Startschuss zum 24h Rennen um 13:15 Uhr waren es ja auch noch ein paar Stunden – da konnte es nur besser werden. Wurde es aber nicht. Es lockerte zwar immer wieder auf, aber so richtig freundlich wurde es nicht. So ab 12 Uhr kam die Nervosität. Eigentlich war jeder Startfahrer schon um 12:15 Uhr in seinen Klamotten und wartete darauf, zum Start rollen zu dürfen.

Ab 13 Uhr gab es dann die Starts zu den einzelnen Rennen. Erst die 3 Jedermannrennen, dann wir. Als das Feld an uns vorbeikam, hatten unsere drei Startfahrer recht gute Positionen im vorderen Drittel. Erst Fabian, dann Volker, dann Pascal. Das war auch die Reihenfolge, mit der wie sie wieder zum Wechsel erwarteten. Obwohl man zwar fast eine Stunde Zeit hat, findet man irgendwie doch keine Ruhe. Schon 10 Minuten vor der erwarteten Wechselzeit standen wir alle parat. Der Himmel war zwar bedeckt, aber es sah nicht nach Regen aus – also alle in kurz/kurz. Erst kam Fabian, ein paar Minuten später dann Volker. Die Trinkflasche mit dem Transponder übergeben und dann ging es für mich auf meine erste Runde durch die grüne Hölle 2013.

Meine erste Runde durch die grüne Hölle 2013

Obwohl ich mir vorgenommen hatte, es ruhig angehen zu lassen, trat ich rein wie nix Gutes. Das Adrenalin ging natürlich mit mir durch und ich fühlte mich auch gut – also Kette rechts. Die Runde bis zur Boxengasse sind von unserem Standpunkt gut 2 Kilometer, dann ging es hinein in die Abfahrt. Das liegt mir halt gar nicht. Auch wenn ich recht schwer bin, fahre ich lieber bergauf als bergab. Ich bin einfach ein Schisser. Zu meinem Unglück war die Strecke auch noch recht voll und ich bin einfach nicht der Typ, der sich ohne zu Bremsen auch noch am letzten Gegner vorbeidrückt. Daran tut man eigentlich aber auch ganz gut. Pro Runde sieht man immer 2-3 Fahrer, die so tun als wären sie ganz alleine auf der Strecke. Die ziehen ohne zu schauen von ganz Außen nach ganz Innen in die Kurve. Egal ob da wer ist oder nicht. Das sind aber zum Glück die Ausnahmen. Die große Mehrheit der Rennradfahrer fährt doch sehr umsichtig. Trotzdem war für mich noch zu viel los. In den letzten Kurven vor der Fuchsröhre ahnte ich schon, dass ich das steilste Stück der Abfahrt mit angezogener Handbremse angehen muss. Zum Glück konnte ich kurz vor der Senke nochmal laufen lassen, um den Schwung für den folgenden Buckel zu nutzen. Den Rest der Abfahrt muss man gelegentlich mal was Drücken, dann geht es in die Senke nach Breitscheid und ab da dann 4 Kilometer mit 7 bis 10% hinauf zur hohen Acht. Das Stück hasse ich. Letzte Jahr habe ich mich hier nachts von 2 bis 5 Uhr über eine Dreierrunde gequält und musste in der dritten Runde mehrfach anhalten, weil ich einfach nicht mehr wusste wie ich das Pedal noch drehen sollte. Die Hohe Acht mit 18% Steigung ist nicht mein Problem. Da weiß man „Das tut jetzt 1-2 Minuten einfach weh, dann ist gut!“ – aber dieses Stück davor … furchtbar. In der ersten Runde dieses Jahr lief das Stück aber ganz gut und ich kam zur Hohen Acht. Nach dem Karussell  sah man schon einige Fahrer ihr Rad am Rand schieben. Der Anblick gibt mir immer wieder Motivation und mit einem trotzigen „So weit kommt es noch!“ hab ich es bisher immer noch hoch geschafft.

Der Rest ist bei meinem Gewicht dann fast rollen lassen. Am Schwalbenschwanz nochmal kurz den Buckel hochgedrückt, dann wurde es lustig: Für die letzten 2-3 Kilometer bis zum Ziel sucht jeder ein schönes Hinterrad. Im Schwalbenschwanz war ich das erste Mal in einer Gruppe und in der wäre ich auch gerne bis zum Ziel geblieben. Kurz nach dem letzten Buckel fächerte die ganze Gruppe dann aber schön seitlich auseinander und jeder nahm die Beine hoch. Die Sache war klar: Keiner wollte vorne fahren. Da ja einer muss, hab ich angezogen und wollte zur nächsten Gruppe vor uns springen. Die war mir dann aber doch ein wenig zu langsam, also weiter … aber da kam dann nix mehr was ich hätte erreichen können. Pech gehabt – aber die Runde war ja ohnehin fast zu Ende.

Als ich nach dem Ziel zu unserer Parzelle kam wurde ich dort noch gar nicht erwartet. Louisa hatte aber schon Klamotten an und beeilte sich ihr Rad auf die Strecke zu kriegen. Da dachte ich mir dann schon, dass die Runde nicht die langsamste gewesen sein wird. War mit 50:22 Minuten auch meine bisher ewige Bestzeit ;)

Kurz Ruhe, dann die Runde 2

Nachdem wir letztes Jahr einen Ausfall hatten und ab Samstagabend nur noch zu Dritt waren, war es jetzt richtig erholsam mal ca. 2,5 Stunden Ruhe zu haben. Wobei das fast immer noch zu schnell vergeht. Um kurz nach 17 Uhr war ich dann wieder an der Reihe und inzwischen hatte es verstärkt zu Regnen begonnen. Also Regenjacke an und natürlich: Noch vorsichtiger bei der Abfahrt.
Mein neuer Garmin gibt mir alle 10 Kilometer eine Zwischenzeit . Die erste war dann auch schon 3 Minuten langsamer als auf der Runde davor. Und das obwohl es in den ersten 10 Kilometern eigentlich nur bergab geht. Wie gesagt: Ich bin ein Schisser. Ich war heilfroh als ich unten in Breitscheid war. Das war ganz komisch: Letztes Jahr hab ich an der Stelle immer das Kotzen gekriegt, weil es ab jetzt hart wurde. Aber durch meine Sorge in der Abfahrt war ich jetzt richtig erleichtert. Was der Kopf dann ausmacht hab ich heute bei STRAVA gesehen: In der Runde bin ich Bestzeit auf dem folgenden Stück bis zur hohen Acht gefahren. In der zweiten Runde und nur weil ich das nach der Abfahrt gar nicht mehr so schwer fand. Faszinierend! Ansonsten ging es weiter wie gewohnt – auf den letzten 3 Kilometern fand ich natürlich wieder keine Gruppe und kam mit etwas über 54 Minuten ins Ziel. Inzwischen war es richtig am Regnen.

Zwischen den Runden ist Zeit die Klamotten notdürftig zu trocknen. Hier freuen sich Volker und Marc dass sie gerade nicht raus müssen.


Alle hängten sich richtig rein und um kurz nach 22 Uhr war ich dann wieder dran. Allerdings hatte ich in der Zwischenzeit nix vernünftiges gegessen. Erst wollte ich was Süßes und mümmelte ein wenig Milchreis, danach hatte ich dann Heißhunger auf was Herzhaftes und haute mir 3 Frikadellen rein. Mit Dank an die Zwiebeln hatte ich danach Sodbrennen. Das muss ich im nächsten Jahr echt verbessern. Ich brauch dann einfach vernünftigen Kram, auf den man dann auch Appetit haben kann  – egal ob mir nach was Süßem oder nach was Herzhaftem ist. Ein paar Anregungen habe ich mir schon beim Cervelover geholt. Er ist letztes Jahr im 2er Team gefahren und gibt ein paar schöne Anregungen in seinem Blog. Merken!

Rad am Ring bei Nacht - etwas ganz spezielles

Wie besprochen wollten wir jetzt mit Doppelrunden beginnen. Dazu hatten sich jetzt alle Teams entschlossen. Einfach weil es praktischer war. Wenn man schon bis auf die Haut nass ist, hängt man besser direkt noch eine zweite Runde dran. Die Doppelrunden liefen eigentlich auch recht gut.
Ich hatte sogar das Glück, dass es so gut wie nicht mehr regnete und die Strecke wurde teilweise schon wieder trocken. Dafür gab es dann Nebel. Aber richtig. Mit unseren Flakscheinwerfern mit drölfzig Lumen am Lenker war das richtig super im Nebel. Die Sichtweite war teilweise unter 10 Meter und wieder wurde mir die Abfahrt versaut. Statt schön laufen zu lassen, tastete ich mich mit quietschenden Bremsen immer am weißen Seitenstreifen entlang. Wenn im Nebel mal einer überholte war es wie auf der Autobahn: Der erste sieht am wenigsten und fährt daher auch am langsamsten. Also wer überholte ging danach auch direkt in die Eisen. Neben dem Nebel und der teilweise noch nassen Strecke gab es ein unerwartetes neues Problem: Frösche auf der Strecke – und zwar viele und so richtig große. Hab keinen erwischt, aber sicherlich ein gutes Dutzend im Scheinwerferlicht gesehen.

In der Fuchsröhre und nach Breitscheid runter hatte ich teilweise echte Probleme überhaupt so langsam zu werden wie ich das gerne wollte. Da hab ich dann auch meinen einzigen Sturz am Wochenende gesehen. Zwei Vollidioten schossen in den Kurven vor Breitscheid an uns vorbei. Die ließen einfach laufen. Sollten sie. Nach der letzten Linkskurve sah ich dann einen Scheinwerfer quer über die Strecke leuchten. Einer der beiden Sturzpiloten hatte es nicht sauber aus der Kurve geschafft,  war auf den Grünstreifen gekommen und hatte dann die Leitplanke geküsst. Sein Kumpel stand schon bei ihm. Es sah nicht so aus als wäre wirklich schlimmes passiert, daher war es mir auch egal. Ansonsten gab es auf der Doppelrunde kaum noch was Erwähnenswertes, außer dass mich ein Hüngerchen plagte und ich bei beiden Runden die Verpflegungsstation auf der Hohen Acht mitnahm. Lecker Eierwaffeln mit Cola geht immer!

Ansonsten sind die Nachtrunden bei Rad am Ring einfach absolut besonders. Nach der Abfahrt fährt man mehr oder weniger im lockeren Pulk. Keiner spricht, man hört nur die Freiläufe, drehende Ketten und ein Schnaufen hier und da. Neben und vor einem tanzen die Scheinwerfer und in der Ferne sieht man vereinzelt rote Rücklichter. Das ist eine ganz merkwürdige, aber unheimlich fesselnde Atmosphäre. Ich freue mich da immer sehr drauf. Nach 2:05 Stunden war das Abenteuer dann vorbei und ich übergab an Louisa.

Es hört nicht auf zu regnen

Jetzt hieß es möglichst viel und schnell schlafen, auch wenn ich mir immer Sorgen mache wenn Louisa unterwegs ist. Aber die Strecke wurde trockener und Louisa fährt auch vorsichtig. Also würde schon nix passieren. Ich nahm mir ein Hörbuch mit in die Koje und bin wohl auch recht schnell eingeschlafen. Um kurz vor 4 Uhr wurde ich vom prasselnden Regen wach. Louisa lag neben mir, also war sie heile reingekommen und Marc war auf der Strecke. Marc tat mir richtig leid, aber ich tröstete mich damit, dass es sicher ein Schauer war und außerdem konnte es sein, dass es im Fahrerlager schüttete, und in Breitscheid furztrocken war. Nur hörte das nicht auf zu regnen. Es schüttet wie aus Eimern. Nach 20 Minuten gab es dann den ersten Blitz, dann Donner und kurz darauf hörte man Sirenengeheul. Das muss so um 4:15 Uhr gewesen sein. Später erfuhren wir, dass in einem anderen Parzellenblock der Stromverteiler Feuer gefangen hatte. Ich machte mir jetzt ernsthaft Gedanken, ob das Rennen noch weiterlaufen würde. Thomas war inzwischen auch wach und wir besprachen uns kurz. Wir würden rausgehen und die Fahrer reinholen. Bei dem Wetter musste echt niemand draußen fahren. Es geht bei uns ja auch um nix. Wir landen so oder so im Mittelfeld und lieber 1-2 Runden weniger, als mit Knochenbruch im Krankenhaus. Im Zelt warteten schon die Fahrer für die nächsten Runden, die so richtig auch nicht los wollten. Wir waren uns schnell alle einig, dass das im Moment keinen Sinn macht und kein neuer Fahrer losfährt. Nach und nach trudelten die Fahrer ein, nur Marc fehlte. Wir mussten ihn knapp verpasst haben ehe er auf seine zweite Runde ging.

Wir brechen das Rennen ab

Um kurz nach 5 erfuhren wir dann über Facebook, dass das MTB-Rennen offiziell bis mindestens 8 Uhr unterbrochen war. Ich verstand erst gar nicht dass die Meldung nur für das MTB-Rennen gültig war. Kurz darauf vermeldete Facebook dann, dass auch das Rennrad-Rennen unterbrochen sei und dann kam auch Marc wieder im Lager an. Gott sei Dank. Er war recht fit, nur nass bis auf die Haut. Er hatte schon auf der Strecke von der Unterbrechung gehört und sich erst mal schön in der Verpflegung untergestellt. Die Hohe Acht hoch muss kollektiv geschoben worden sein. Die paar Mutigen, die versucht haben zu fahren, sind reihenweise gestürzt, weil auf dem glatten Asphalt und der vielen Farbe auf der Strecke die Hinterreifen keinen Halt mehr fanden. Auf jeden Fall waren jetzt alle von unser wieder heile da. Langsam wurde es hell, aber es hatte auch ordentlich abgekühlt und irgendwie wussten wir nicht genau, was wir um 8 Uhr machen sollten.

Würde das Rennen wirklich weiter gehen und wenn ja, sollten wir starten? Ich wäre unheimlich gerne wieder auf die Strecke gegangen. Ich war gesund, hatte wieder Kräfte und war einigermaßen motiviert – aber nach der Unterbrechung war die Luft raus und es fehlte der Drall. Wir stimmten also ab und entschieden uns so, beim Neustart nicht mehr anzutreten. Das war auch die richtige Entscheidung. Es nieselte immer weiter und weiter und auch der Nebel verzog sich nur zögerlich. Der Gedanke, bei den Bedingungen mit einem großen Starterfeld in die Abfahrt zu gehen, war nicht gerade verlockend. Also ließen wir alle es bleiben. Das war nicht leicht, denn man hätte natürlich fahren können – aber es war vernünftiger das nicht zu tun und manchmal muss das sein.

Später habe ich gesehen, dass von den 600 4er-Teams nur 260 beim Neustart angetreten sind und von denen haben es mehr als 50 nach der ersten Runde und wieder 50 nach der zweiten Runde sein lassen. Auch Torsten, dessen Blog ich immer gerne lese, hatte sich gegen den Neustart entschieden. Unsere Entscheidung war zwar einsam, aber nicht so verkehrt.

Von unseren Nachbarn ging auch keiner mehr an den Start. Jeder war mit der Situation ein wenig unzufrieden, aber es ließ sich halt nicht ändern. Wir quatschten was mit den Nachbarn, trockneten noch die restlichen Klamotten und um kurz nach 10 finden wir an unser Lager abzubauen. Die Luft war raus, das Wetter war deprimierend und es war zu kalt nur im Zelt zu hocken.
So endete dann Rad am Ring 2013 sehr unrühmlich, aber ohne Pannen und Stürze für uns. Alle 3 Teams hatten 15 Runden auf der Uhr, aber natürlich mit unterschiedlichen Zeiten. Fabian organisierte noch feierlich die Übergabe des Wanderpokals, dann war es auch schon Zeit uns auf den Weg nach Hause zu machen.

Der Wanderpokal für unsere interne Wertung! Vielen Dank nochmal an Fabian: Geiles Teil, geile Idee, geil gemacht!


Mein Fazit

Mein persönliches Fazit ist sehr durchwachsen. Für das Wetter kann keiner was, auch ohne die Rennunterbrechung hätten wir auf jeden Fall Pause gemacht. Ich bin zwar in allen Teilstücken (bis auf die Abfahrten) persönliche Bestzeiten gefahren, aber zufrieden bin ich nicht. Es fehlt das Ende. Mit 4 Runden bin ich auch nur gut die Hälfte der für das Wochenende geplanten Strecke gefahren. Das hinterlässt einfach einen fiesen Beigeschmack. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen bin ich bis in die Haarspitzen motiviert beim nächsten Jahr wieder fitter und noch besser vorbereitet an den Start zu gehen. Damit soll es diese Woche auch schon losgehen, aber bisher spielte das Wetter nicht mit. Ausserdem erinnern wir uns an die Geschichte mit den Ruhetagen und wie wichtig sie sind. Also mal eine Woche nix gemacht – aber morgen geht es wieder los!

Bleibt ein herzlicher Dank an meine 11 Mitstreiter. Es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf das nächste Jahr!

Gallerie

Hier noch ein paar Bilder vom Wochenende:

« Zurück zur Übersicht

Kommentare zu Rad am Ring 2013 - Durch den Monsun

comments powered by Disqus

Latest zum Radfahren


Latest vom Radfahren